Gegenüber
meinen früheren Ausführungen und meinem früheren Haus der Bewegten Schule in
vorangegangenen Jahren habe ich das Haus der Bewegten Schule verändert. Die
tragenden Mauern sind nun das Schulprogramm zusammen mit dem Schulleben, weil
das Schulleben aus dem Schulprogramm erwächst. Ein Schulprogramm hat erst dann
einen Wert, wenn es konkret Auswirkungen auf das Schulleben hat. Das Schulleben
wiederum wirkt konkret auf die Diskussionen des Kollegiums im Rahmen der
Schulprogrammarbeit ein.
Das
Dach der 'Bewegten Schule' bildet nun die 'Bewegte Schulkultur'. Bei diesem
erweiterten Verständnis greife ich auf Anregung meines Kollegen Ralf Laging
zurück, der für eine pädagogische Auslegung des Kulturbegriffs plädiert.
Im
unserer gemeinsamen Veröffentlichung (vg. Laging/Klupsch-Sahlmann: Schulen in
Bewegung, in: Sportpädagogik 25 (2001) 2) schreiben wir dazu auf Seite 8:
"Der
Begriff der pädagogischen Kultur will hervorheben, dass Schule mehr ist als
eine anstaltsförmige Bündelung oder Addition voneinander unabhängiger
Funktionen und Angebote. Solche Funktionen werden vielmehr als Aspekte eines
praktischen Gesamtzusammenhangs und seiner rationalen Qualität betrachtet.
Dieser Zusammenhang ist es, der die pädagogische Kultur einer Schule ausmacht
und den Kontext bildet, in dem einzelne Funktionen und Aspekte ihren Sinn
erst gewinnen" (Fauser 1989, 7).
Diese
pädagogische Auslegung des Begriffs Kultur geht auf ein Verständnis zurück,
das Kultur als Ausdruck gemeinsam gestalteter und mit Sinn versehener Praktiken
und geteilter Symbole versteht. Kultur ist in diesem Sinne ein vermittelnder
Begriff: In sie wird nicht nur eingeführt, sondern sie entsteht durch den
Umgang mit dem Bestehenden immer wieder neu. Es geht also nicht um eine
Kulturpädagogik, die sich um die Vermittlung kultureller Inhalte bemüht,
sondern um aktive und andauernde Mitgestaltung."
Weitere
detaillierte Information finden sie in: Schulen in Bewegung, Sportpädagogik 25
/ 2001 / Heft 2, Seite 4-10
Rüdiger
Klupsch-Sahlmann, im Oktober 2001
