<Bewegtes
Lernen> in einer <Bewegten Schule> stellt keine Alternative zum
Sportunterricht dar. Der Sportunterricht gehört (mindestens im bisherigen
Umfang!) unverzichtbar zum Programm einer bewegungsfreundlichen Schule.
An
einer <Bewegten Schule> ändert sich allerdings die didaktische
Orientierung des Sportunterrichts. Hier geht es nicht um eine Erziehung zum
Sport und den damit verbunden Anforderungen. Vielmehr bieten mindestens drei
Stunden Sportunterricht in der Woche eine Grundlage dafür, daß Kinder und
Jugendliche Bewegung über das im sonstigen Schulleben Mögliche hinaus in größerer,
an der heutigen Bewegungskultur orientierter Vielfalt und unter verschiedenen
Sinnperspektiven erfahren. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, damit möglichst
alle Schülerinnen und Schüler einen individuellen Zugang zu solchen Bewegungsmöglichkeiten
finden, die über die Schulzeit hinaus zu einer Quelle persönlichen und
sozialen Wohlbefindens werden können.
Ein
so verstandener Sportunterricht ist auch offen für neue Bewegungsformen, die
dem Bewegungsinteresse der Kinder und Jugendlichen entsprechen. Er wird zu einem
unverzichtbaren Element in einer <Bewegten Schule>: Indem die außerunterrichtlichen
Bewegungserfahrungen im Sportunterricht aufgegriffen werden, ergeben sich vielfältige
Bewegungschancen an einer bewegungsfreundlichen Schule.
Rüdiger
Klupsch-Sahlmann: Bewegte Schule, in Sportpädagogik 19 (1995), 14-22
