Wenn
die Elternschaft ... (Urs Illi)
Wenn
die Elternschaft und die Lehrerschaft vermehrt über die Bedeutung von Bewegung
im Zusammenhang mit der Förderung der neuralen, kognitiven, emotionalen und
Persönlichkeitsentwicklung des jungen Menschen Kenntnis hätten, würden sie
das Wippen, Rutschen, Verwinden, das unruhige Scharren in der Schulbank sowie
das nervöse Kritzeln und Kratzeln auf der Tischplatte nicht länger nur als
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite oder gar als Lernschwäche beim
'Sitzkind' deuten - und auch kaum mehr dieses natürliche Verhalten nur als
unangenehme Unterrichtsstörung empfinden und verurteilen.
Wenn
wir heute bewegtes Lernen in einer bewegten Schule wünschen, oder wenn wir
bewegtes Sitzen in einem bewegten Unterricht fordern, ..., dann nehmen (wir)
endlich die eigene Körperlichkeit im geforderten Maße wahr, oder werden ganz
einfach den Erfordernissen unseres Körpers gerecht.
Urs
Illi: Bewegte Schule - Bewegtes Leben. in: Haltung und Bewegung 13 (1993) 2, 16
ff.
