Mehr Bewegung in die Schule - Anregungen für eine Bewegte Schulkultur

 

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Rüdiger Klupsch-Sahlmann

Der Schulsport in NRW bewegt sich:

Grundsätze der Unterrichtsgestaltung im Bewegungs-, Spiel- und Sportunterricht der Grundschule

 

Der Bewegungs-, Spiel- und Sportunterricht in der Grundschule erfährt aufgrund der Vorgaben des neuen Lehrplans Sport eine deutliche pädagogische Akzentuierung. Dies bedeutet, dass nicht allein Inhalte wie zum Beispiel die Bewegungsfertigkeit einer Sportart, die Vorform eines (Sport-)Spiels oder aber Übungen zur Verbesserung motorischer Eigenschaften die Lehrhandlungen von Lehrkräften bestimmen. Vielmehr haben ‚pädagogische Perspektiven’, ‚Prinzipien eines erziehenden Sportunterrichts’ und ‚Grundsätze der Unterrichtsgestaltung’ konstitutiven Charakter für die Inhaltsauswahl und die unterrichtliche Inszenierung.

Die pädagogischen Chancen des Unterrichtsfaches Bewegung, Spiel und Sport ergeben sich nicht nur aus den typischen Bewegungsanforderungen von Bewegungsfeldern. In gleicher Weise bedeutend sind darüber hinaus die zu den Bewegungsfeldern gehörenden Handlungsstrukturen, ihre unverzichtbaren Erlebnisgehalte, die bedeutsamen sozialen Bezüge sowie die besonderen Umgebungsbedingungen. Die pädagogischen Möglichkeiten von Bewegung, Spiel und Sport werden dann umgesetzt, wenn folgende Grundsätze der Unterrichtsgestaltung die unterrichtlichen Erfahrungen von Grundschulkindern prägen:

Individualisieren und Integrieren

Öffnen und Anleiten

Üben und Anwenden

Erfahren und Begreifen

Problemorientiert unterrichten und fächerübergreifende Lernchancen eröffnen

Die Bedeutung dieser Grundsätze der Unterrichtsgestaltung für die Umsetzung der pädagogischen Möglichkeiten von Bewegung, Spiel und Sport wird insbesondere dann deutlich, wenn die Grundschulkinder selbst in ihrem sehr differenziert ausgeprägten Bewegungs- und Spielverhalten ins Blickfeld der Betrachtung geraten.

Ich nutze im folgenden die Möglichkeit, durch den Kursivdruck die jeweilige Spiel- und Bewegungssituation darzustellen, während im Normaldruck die Erläuterungen zum jeweiligen Grundsatz der Unterrichtsgestaltung gegeben wird, der wiederum fett und kursiv kenntlich gemacht wird.

Individualisieren und Integrieren

In einer freien Bewegungsphase spielen die Kinder der 2. Klasse mit dem Gymnastikball und erfinden Kunststücke. Alle Kinder spielen intensiv und eifrig und versuchen viele verschiedene Bewegungsformen. Plötzlich ruft Ayse, ein türkisches Mädchen, begeistert: „Ich hab’s geschafft!“ läuft zur Lehrerin und sagt, noch ziemlich aus der Puste: „Acht mal habe ich es geschafft! Acht Mal!“ Die Aufgabenstellung der Lehrerin ermöglicht es in dieser Unterrichtssituation, dass alle Kinder ein eigenes Kunststück, etwas für sich finden können und sich dabei eine Aufgabe stellen, von der sie annehmen, sie, wenn auch mit etwas Anstrengung, schaffen zu können. Diesen individuellen Dispositionen im Bewegungskönnen, in der Bewegungsmotivation der Kinder kommt die Lehrkraft dadurch nach, dass sie dem Grundsatz des Individualisierens folgt. Individuelle Könnenserfahrungen, passend auf den jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder bezogen, werden dann möglich, wenn immer wieder solche Lern- und Erfahrungssituationen durch die Lehrkräfte bereitgestellt werden.

Kai, Schüler der Klasse 4 c, ist ein Junge, der eigentlich gerne am Sportunterricht teilnimmt, auch wenn er in vielen Spiel- und Bewegungssituationen durch seine Körperfülle nicht so mitmachen kann, wie er es sich eigentlich wünscht: Wie gerne würde er beim Brennballspiel schnell laufen können, beim Völkerball dem Ball geschickt ausweichen und ohne Probleme leichtfüßig über die Hindernisbahn laufen. Aber heute ist sein Tag: Bei den unterschiedlichen Bewegungsangeboten zur Partner- und Gruppenakrobatik ist Kai das gefragte Gruppenmitglied, weil man zum Gelingen der vielen Akrobatikangebote einen Partner und / oder ein Gruppenmitglied braucht, das standfest und kräftig ist und das Vertrauen der anderen Akrobaten hat. Die Wahl des Unterrichtsinhalts und die Aufgabenstellung entsprechen in dieser Unterrichtssituation dem Grundsatz des Integrierens. Der Sportlehrer schafft eine Bewegungssituation, in der Kinder ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten so bei der Bewältigung der Bewegungsaufgabe einbringen können, dass gemeinsame Spiel- und Bewegungserlebnisse möglich werden. So wird die bedeutsame Erfahrung geprägt und ausgeprägt, dass trotz aller noch so unterschiedlichen Voraussetzungen alle Kinder einen Beitrag für das Gelingen des Miteinanders und Gegeneinanders beim gemeinsamen Spielen und Bewegen leisten können.

Öffnen und Anleiten

Viele Kinder machen in vielen Spielen immer wieder die gleiche Erfahrung. Wenn es Spiele mit Ausscheideprinzip sind, wie zum Beispiel das traditionelle ‚Hase-und-Jäger’, dann scheiden sie in aller Regel am Anfang, spätestens aber zur Mitte der Spielzeit aus. Und das, obwohl sie sich doch eigentlich gerne bewegen und Spaß daran haben. Nur: So gut wie die Besten sind sie nicht. Und die sind bei diesem Spiel immer die Letzten und gewinnen. Aber in den vergangenen Stunden gestaltet die Sportlehrerin in der Klasse 2 b den Unterricht anders als sonst. Sie ermuntert die früh ausgeschiedenen Kinder, den anderen einmal zu erzählen, wie es ihnen ergangen ist. Sie sollen ruhig den Mut haben, deutlich zu sagen, dass das Spiel ihnen so keinen Spaß macht. Und die Sportlehrerin regt die Kinder an, über Veränderungen nachzudenken, Vorschläge für neue Regeln zu machen, diese auszuprobieren, sie zu erfahrungsbezogen zu diskutieren, sie zu verwerfen, neue zu erfinden, bis ein Spiel entsteht, dass vielleicht allen Bedürfnissen entspricht. Auch wenn dies nicht immer und vielleicht auch nicht zur Zufriedenheit aller gelingt: Die Sportlehrerin der Klasse 2 b verfolgt das Prinzip des Öffnens des Unterrichts, um die Kinder an der Auswahl der Unterrichtsinhalte zu beteiligen, sie bei den Zielen des Spielunterrichts mitbestimmen zu lassen und sie in altersangemessener Weise auch am unterrichtlichen Vorgehen zu beteiligen. Durch die Öffnung des Unterrichts entsteht ein Verständigungsprozess, der es allen ermöglicht, gemeinsam über die Bedingungen des Bewegungs-, Spiel- und Sportunterricht zu verfügen. Nur so können Kinder in ihrer Persönlichkeit gestärkt und gefördert werden, ohne dabei die Bedürfnisse anderer aus den Augen zu verlieren.

Aber Kinder haben nicht nur das Recht, die Öffnung des Unterrichts einzufordern, sondern können auch eine Unterweisung von der Lehrkraft verlangen, wenn dies ihren Bewegungsbedürfnissen entspricht und aufgrund ihres Entwicklungsstandes und Bewegungskönnens sinnvoll ist. Der Sportlehrer der Klasse 4 a hat für seine Kinder ein methodisches Arrangement im Rahmen einer Gerätebahn aufgebaut, mit dessen Hilfe die Kinder den richtigen Anlauf, den beidbeinigen Absprung aus dem Mini-Trampolin und das Aufknien auf einen 1,20 Meter hohen Mattenberg lernen sollen. Dies war ausgesprochener Wunsch der Kinder, weil „das Springen vom Mini-Tramp so’n Bock macht!“ Vor dem Hintergrund der großen Schwungwirkung des Minitrampolins sind behutsame methodische Schritte erforderlich, welche die Kinder schrittweise mit den Schwungeigenschaften vertraut machen und sie so in ihrer Bewegungssicherheit fördern. Auch beim späteren Aufhocken benötigen die Kinder konkrete Hinweise durch die Lehrkraft, später dann noch mehr, wenn die ersten Rollen und Flugrollen versucht werden. In dieser unterrichtlichen Inszenierung folgt der Sportlehrer dem Anleiten als Grundsatz der Unterrichtsgestaltung. Es gibt immer wieder Unterrichtsinhalte und Erfahrungsbereiche, in denen (als Ergebnis eines vorangegangenen Verständigungsprozesses zwischen den Kindern und der Lehrkraft darüber) ergebnisorientierte Erschließungsformen passender sind. Lernfortschritte der Kinder werden dann durch eher ergebnisorientierte Methodenformen ermöglicht.

Üben und Anwenden

In freien Spielphasen vor dem Unterrichtsbeginn nimmt sich Malte immer wieder den Basketball und übt in der Sporthalle das Dribbeln und den Korbwurf. Nach jeden gelungenen Wurf nimmt er sich den Ball, dribbelt zum nächsten Korb in der Halle und versucht wieder einen Treffer zu landen. Andere Kinder der Klasse 3 a machen es ihm nach. Alle Kinder üben eigentlich auch dann gerne, wenn die Sportlehrerin einzelne technische Elemente oder spieltaktische Formen während der Sportstunde üben lässt. Intensiv setzen sich alle mit den gestellten Aufgaben auseinander und spüren während des Übungsprozesses, dass sie sowohl in technischer wie in taktischer Sicht immer bewegungssicherer werden. Die Sportlehrerin berücksichtigt in ihrem Unterricht die Tatsache, dass Kinder in aller Regel danach streben, ein angemessenes Maß an Bewegungssicherheit zu erlangen. Bewegungssicherheit wiederum ist Grundvoraussetzung dafür, dass sich Kinder an neue Bewegungsanforderungen herantrauen. Üben als Grundsatz der Unterrichtsgestaltung erweist sich für Grundschulkinder auch deshalb als eine lohnenswerte Aktivität, weil sie lernen, das es sich lohnt, sich mit einer Bewegungsanforderung beharrlich auseinander zu setzen. Üben ist die Voraussetzung für folgende Könnenserfahrungen und schafft Motivation für ein die Schulzeit andauerndes Bewegungslernen.

Aber Üben muss immer sinnvoll an eine weitere Erfahrenssituation angebunden sein, an das Anwenden. Üben erweist sich grundsätzlich nur dann als sinnvoll, wenn die Kinder die Perspektive haben, dass sie das Geübte auch vielfältig anwenden können. Aus den Defiziten beim Spiel erwachsen die Übungsnotwendigkeiten, aber das Geübte ist wieder in das Spiel zu integrieren und dort anzuwenden. Die Kinder der Klasse 3 a spielen seit Schuljahresbeginn Basketball. Immer wieder fordern sie von ihrer Sportlehrerin ein, zu spielen. Im direkten Gegeneinander, Mannschaften gegen Mannschaften, Kind gegen Kind, erfahren sie nicht nur, welche Fertigkeiten und taktischen Verhaltensweisen noch geübt werden müssen, sondern sie erleben im praktischen Tun, dass sich die Anstrengung des Übens gelohnt hat. Gerade hat Malte einen Pass seiner Gegnerin abgefangen. Geschickt dribbelt er den vor ihm stehenden Gegenspieler aus und setzt zu einem Korbwurf an. Der Wurf gelingt, zwei Punkte zählen für die eigene Mannschaft.

Erfahren und Begreifen

Es ist unumstritten: Im Bewegungs-, Spiel- und Sportunterricht steht das praktische Tun, die körperbezogene Auseinandersetzung mit verschiedenen Bewegungs- und Spielanforderungen an allererster Stelle. Aber es gibt immer wieder Situationen, in denen das Spielen und Bewegen, und das nicht nur allein aus motorischer, sondern auch aus sozialer Perspektive wenig intensiv ist. Streitereien von Kindern untereinander verhindern ein sinnvolles, aufeinander bezogenes Zusammenspiel. Fehlende Kenntnis von grundlegenden Bewegungsstrukturen lässt die Ausführung einer turnerischen Fertigkeit scheitern. Von daher sind im Sportunterricht immer wieder Situationen zu schaffen, in denen das Erfahren und Begreifen im Zentrum von Unterrichtsabschnitten steht. Janna und Torben sind die ganz bewegungsgeschickten Kinder der Klasse 1 c. Den Bewegungsaufforderungen stellen sie sich immer mit Eifer und Freude und bewältigen sie ohne Probleme. Und deshalb ist es für sie auch kein Problem, wenn der Sportlehrer die Aufgabe stellt, 5 Minuten lang zu laufen, ohne eine Pause zu machen oder zwischendurch zu gehen. Dafür hat er auf dem Schulhof einen Laufparcours mit Hütchen markiert. Nicht nur Janna und Torben laufen begeistert los, auch die anderen Kinder. Nur laufen alle viel zu schnell. Und nach wenigen Runden schnaufen die ersten, und danach sieht man sie teilweise zum ersten Mal gehen. Auch Janna und Torben schaffen es nicht, die ganzen 5 Minuten durchzulaufen. Viel zu schnell sind sie die ersten beiden Minuten angegangen. Schon in der Grundschule muss immer wieder versucht werden, dass Kinder ihr Bewegungshandeln auch einsichtig gestalten. Es ergeben sich in vielen Spiel- und Bewegungssituationen Anlässe, über das Bewegungshandeln hinaus Verständigungsprozesse darüber zu eröffnen und Einsichten in die Voraussetzungen und Wirkungen der konkret erfahrenden Bewegungshandlungen anzubahnen. Dazu müssen die Anlässe kindgerecht gestaltet und die Verständigungsprozesse altersangemessen eingeleitet und strukturiert werden. Pädagogisch wirksam wird ein solches Erfahren und Begreifen aber erst dann, wenn die Einsichten und Erkenntnisse wieder in das Bewegungshandeln einfließen und es fortan mitbestimmen. Janna und Torben werden zusammen mit ihrer Lehrkraft und den anderen Kindern aufarbeiten müssen, warum sie die Bewegungsaufgabe des 5-Minuten-Dauerlaufs nicht geschafft haben. Sie werden zu Vorschlägen und möglichen Lösungen kommen, die sie in einem erneuten Laufversuch erproben. Sie werden über ihre Bewegungserfahrungen erneut nachdenken, ihre Vorschläge präzisieren, sie wiederum erproben, um dann einsichtvoll ein Dauerlaufverhalten zu praktizieren, das ihnen wahrscheinlich nicht nur einen 5-Minuten-Lauf ermöglicht, sondern viel mehr.

Problemorientiert unterrichten und fächerübergreifende Lernchancen eröffnen

Unterrichtsvorhaben in der Grundschule werden sich vor dem Hintergrund der pädagogischen Akzentuierung des Bewegungsunterrichts nicht nur allein auf die Vermittlung der Schwerpunkte beziehen, wie sie bei den Bewegungsfeldern / Inhaltsbereichen aufgeführt sind. Andere intentionale Perspektiven sind möglich. So kann zum Beispiel vorrangig ein Prinzip des erziehenden Unterrichts das Unterrichtsvorhaben bestimmen oder aber eine pädagogische Perspektive Ausgangspunkt des unterrichtlichen Handelns sein. Problemorientiert unterrichten erweist sich gerade in diesen thematischen Zusammenhängen als ein bedeutsamer Grundsatz der Unterrichtsgestaltung. Die Kinder der Klasse 4 a versuchen in ihrem aktuellen Vorhaben im Sportunterricht, an verschiedenen Beispielen die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Kooperierens bei verschiedenen Bewegungsanlässen zu beantworten. Ihre Sportlehrerin hat ihnen dafür Erfahrungssituationen beim Brennballspiel bereitgestellt, lässt sie unterschiedliche Aufgaben im Bereich des Partner- und Gruppenturnens erproben und stellt ihnen alternative Spielaufgaben für Gruppenwettkämpfe. In den Bewegungssituationen selbst und in anschließenden Gesprächen werden sich die Kinder darüber klar, wie bedeutend es bei verschiedenen Aufgabenstellungen sein kann, Kooperation zu pflegen, um ein gemeinsames Spiel- und / oder Bewegungsziel miteinander möglichst schnell und gut zu erreichen. In der Sportstunde heute wird es darum gehen, den mit einem Geräteaufbauplan von der Sportlehrerin vorstrukturierten, aber von den einzelnen Aufgaben her nicht vorgeschriebenen Aufbau einer Gerätelandschaft durch die Kinder selbst herzustellen zu lassen. Wahrscheinlich werden sich die problemorientiert gewonnenen Kooperationserfahrungen als hilfreich für das Aufbauvorhaben erweisen.

Darüber hinaus können aber auch, und dies entspricht den pädagogischen Grundsätzen sinnvoller Grundschularbeit, fächerübergreifende Lernchancen eröffnet werden. Diesem Grundsatz der Unterrichtsgestaltung kommen Lehrkräfte dann nach, wenn sie thematische Zusammenhänge zwischen den anderen Fächern und dem Bewegungs- und Sportunterricht suchen und gewinnbringend für Grundschulkinder inszenieren. Die Klasse 1 c hat im Sprachunterricht gerade den Buchstaben Q erarbeitet und sich dabei grundlegend am Bild der ‚Qualle Rosi’ orientiert. Im Sportunterricht versuchen sie nun, ihre Vorstellungen von der Qualle Rosi in Bewegungen umzusetzen. Bei der Gestaltung des Quallentanzens gewinnen sie vielleicht eine ganz andere, neue Vorstellung vom dem, was eine Qualle wohl sein kann. In der Klasse 2 b versuchen die Kinder in einer Unterrichtseinheit der Lernbereiche Sprache / Sachunterricht, die in der Sporthalle kennen gelernten und favorisierten Spiele so zu verändern, dass sie auch in der Pause auf dem Schulhof gespielt werden können. Dazu ist es erforderlich, die Spiele unter veränderten Bedingungen zu erproben, zu verändern und die Regeln im Pausen-Spiele-Buch festzuhalten. In der Klasse 3 a machen die Kinder im Sachunterricht grundlegende Erfahrungen, welche Materialien schwimmen und welche nicht. Sie entwickeln Aufgabenstellungen, um im Schwimmunterricht zu erproben, welche Alltgsmaterialien eine geeignete oder weniger geeignete Schwimmhilfe sein können. In der Klasse 4 d haben die Kinder an ihren Sportlehrer die Bitte herangetragen, Ritter zu spielen. Im Klassenunterricht beschäftigen sich die Kinder schon seit einiger Zeit mit dem Werkstattthema ‚Ritter’. Sie wollen nun im Sportunterricht versuchen, ihnen angemessene Formen des Miteinander-Wettkämpfens unter Berücksichtigung des Rahmenthemas zu erproben.

Grundsätze für die Grundsätze der Unterrichtsgestaltung

Die aufgezeigten Beispiele von Bewegung, Spiel und Sport mit dem Blickwinkel auf die Kinder haben deutlich gemacht, dass für die notwendige pädagogische Akzentuierung des Bewegungs-, Spiel- und Sportunterrichts in der Grundschule eine andauernde Berücksichtigung der Grundsätze der Unterrichtsgestaltung unumgänglich ist. Dabei haben alle Grundsätze ihren jeweils eigenen, unverzichtbaren pädagogischen Stellenwert bei der Inszenierung von Bewegung, Spiel und Sport in der Grundschule. Sie müssen von daher in ihrem breiten Spektrum über alle vier Grundschuljahre hinweg kontinuierlich berücksichtigt werden.

zum Autor

Rüdiger Klupsch-Sahlmann ist Schulleiter der Gemeinschaftsgrundschule an der Beckeradstraße in Gelsenkirchen, hat als Vorsitzender die 'Lehrplankommission  Sport Grundschule' und die Arbeitsgruppe 'Implementation des Lehrplans Sport Grundschule' geleitet. Er ist Mitglied der Zentralen Arbeitsgruppe Curriculum-Revision in NRW.

Literatur

Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen: Grundschule. Richtlinien und Lehrpläne: Sport. Frechen: Ritterbach 2000

Quelle

neue deutsche schule / Heft 12-2000 / Originalfassung des Manuskripts

 

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